Manchmal passiert alles auf einmal. Zu Hause stimmt etwas nicht mehr. Dinge, die immer selbstverständlich waren, geraten ins Wanken. Die Eltern streiten. Einer geht. Und plötzlich ist da dieses Gefühl: Nichts ist mehr so sicher wie gestern.
So ergeht es auch Jenna in „Jenna und Joe – Eine Stadt steht kopf„. Sie ist keine Heldin im klassischen Sinn. Sie ist einfach ein Mädchen, das versucht, mit dem klarzukommen, was gerade passiert. Schule, Freundschaften, erste Verliebtheit – und dann auch noch ein Projekt, das plötzlich größer wird als gedacht. Eine Idee, die eigentlich nur ein Schulbeitrag sein sollte, wächst zu etwas, das eine ganze Stadt verändern könnte.
Was das Buch so besonders macht, ist seine Nähe zum echten Leben. Es geht nicht nur um ein „Thema“, sondern um dieses tastende Suchen:
Wie geht man weiter, wenn Dinge auseinanderbrechen?
Wie findet man Halt, wenn sich alles verschiebt?
Jenna findet ihn nicht sofort. Sie reagiert widersprüchlich, manchmal trotzig, manchmal verletzt. Und genau das macht sie glaubwürdig.
An ihrer Seite stehen zwei sehr unterschiedliche Figuren: Yuki, die verlässliche Freundin – und Joe, der anders ist als die meisten und gerade deshalb neue Perspektiven eröffnet. Zwischen ihnen entsteht etwas, das vorsichtig beginnt und langsam an Bedeutung gewinnt.
Und dann ist da noch diese Idee: eine autofreie Stadt.
Was zunächst wie eine spontane Schulaufgabe wirkt, entwickelt sich zu einem Gedankenexperiment darüber, wie wir leben wollen – und was wir verändern können.
Das macht den Roman auch für Erwachsene interessant. Denn zwischen all den persönlichen Konflikten taucht immer wieder eine größere Frage auf:
Wie sieht eine Zukunft aus, die wir wirklich wollen?
„Jenna und Joe – Eine Stadt steht kopf“ erzählt davon, wie äußere Veränderungen und innere Entwicklungen zusammenhängen. Wie aus Unsicherheit neue Wege entstehen können. Und wie wichtig Menschen sind, die uns dabei begleiten.
Ein vielschichtiger Roman für junge Menschen.


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