Manche Geschichten beginnen mit einem kleinen Problem. In diesem Fall … mit einer Zecke. Und zwar nicht irgendwo, sondern gerade dort, wo man sie am allerwenigsten haben möchte.
So geht es dem mächtigen Zar Bullebartsch in dem Kinderbuch „Die Zecke des Zaren – Ein ganz anderer Vampirroman„. Bullebartsch ist ein Herrscher mit großem Bauch, großem Ego und noch größerer Empfindlichkeit, wenn es um sein Ansehen geht. Und plötzlich ist da dieses winzige Wesen, das sich ausgerechnet ihn als Wirt ausgesucht hat. Was zunächst einfach nur unerquicklich ist, entwickelt sich schnell zu einer handfesten Krise. Denn die Frage lautet nicht nur:
Wie wird man das Ding wieder los? Sondern auch: Was bedeutet das eigentlich?
Der Zar steht vor einem Rätsel. Mit wem hat er es hier zu tun? Ist es ein Tier? Ein Zeichen? Ein Angriff?
Die Antworten, die im Verlauf der Geschichte entstehen, sind ebenso schräg wie unterhaltsam. Da wird aus einer simplen Zecke ein vermeintlicher Vampir, ein politischer Zwischenfall – und beinahe sogar ein Kriegsgrund.
Diese herrliche Geschichte mit den witzigen Zeichnungen nimmt die kindliche Perspektive ernst: Alles könnte mehr sein, als es scheint. Gleichzeitig spielt es mit den typischen Reaktionen der Erwachsenen – Übertreibung, Angst, Missverständnisse.
Und mittendrin Kinder, die oft als Einzige die richtigen Fragen stellen und sich nichts vormachen lassen.
„Die Zecke des Zaren“ ist ein Kinderbuch ab etwa 6 Jahren – aber eines, das auch Erwachsene mit einem Augenzwinkern lesen können. Der Humor ist deutlich, die Figuren sind überzeichnet, und die Geschichte lebt von genau dieser Mischung aus Ernst und Absurdität.
Denn am Ende geht es – ganz nebenbei – um etwas, das man gar nicht so laut sagen muss:
Nicht alles, was groß wirkt, ist wirklich gefährlich.
Und nicht alles, was klein ist, ist harmlos.


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