Kinder lieben Geschichten, vor allem, wenn sie vor dem Einschlafen vorgelesen werden. Dazu braucht man Bücher, die nicht allzu laut sind, sondern Ruhe vermitteln. Solche Geschichten drängen sich nicht in den Vordergrund und wollen auch nichts beweisen – sie sind einfach da, um den Tag friedlich ausklingen zu lassen.
„Rudi Stern und seine Abenteuer“ von Manja Stegemann ist ein solches Buch. Es beginnt ganz leise: Ein Kind liegt im Bett, jemand ist nicht da, kann keine „Gute Nacht“ sagen. Und da kommt ein kleiner Stern ins Spiel, der einspringt und tröstet.
Rudi ist kein perfekter Held. Er fällt vom Himmel, hat Angst, und er schmollt auch ein bisschen, weil er sich nicht immer die Zähne putzen will.
Gerade deshalb funktioniert diese Geschichte so gut: Kinder erkennen sich darin wieder – in den kleinen Widerständen, in der Neugier, im Staunen über die Welt. Und Erwachsene erkennen etwas anderes: diese besondere Mischung aus Fürsorge, Geduld und liebevoller Klarheit.
Denn neben all der Fantasie steckt hier ganz viel Alltag: Zähneputzen, Frühstücken, Hände waschen, sich entschuldigen – all das wird ganz nebenbei erzählt. Natürlich will Rudi zurück in den Himmel und findet am Ende doch seinen Platz ganz woanders.
Es ist eine Einschlafgeschichte, die Nähe schafft und begleitet – gerade dann, wenn jemand fehlt. Rudis kleine Geschichte zeigt, dass niemand allein auf der Welt ist. Manchmal reicht dafür schon ein kleiner Stern.


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